Warum LinkedIn trotz hohem CPL für viele B2B-Unternehmen unverzichtbar bleibt

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1. LinkedIn ist viel zu teuer - oder vielleicht doch nicht?

LinkedIn ist teuer. Das ist eine Tatsache, die kein seriöser B2B-Marketer bestreiten wird. CPM, CPC und CPL liegen auf LinkedIn deutlich über anderen Paid-Kanälen. Und trotzdem gehört LinkedIn für viele B2B-Unternehmen im deutschen Mittelstand zu den wichtigsten Werbekanälen. Dieser Artikel erklärt, warum das so ist und für welche Unternehmen und Ziele LinkedIn trotz der hohen Kosten die richtige Wahl bleibt.

 

2. Warum der Cost per MQL Überraschungen bereithält

Ein Kanalvergleich auf CPL-Ebene führt bei LinkedIn manchmal zu einem ungünstigen Bild. Doch sobald die Leadqualität ins Bild kommt, verändert sich das Ergebnis oft erheblich.

Ein CPL von 150 € auf LinkedIn mit einer MQL-Rate von 80 % ergibt einen Cost per MQL von 187,50 €. Ein CPL von 50 € auf Meta mit einer MQL-Rate von 20 % ergibt einen Cost per MQL von 250,00 €. Und je höher die MQL-Rate auf LinkedIn in diesem Kampagnen-Beispiel, desto mehr dreht sich das Bild. Das ist der entscheidende Rechenschritt, den viele Marketing-Teams überspringen, weil sie beim CPL stehen bleiben.

 

3. Was LinkedIn einzigartig macht

LinkedIn bietet das präziseste B2B-Targeting aller großen Paid-Kanäle. Jobtitel, Unternehmensgröße, Branche, Seniority-Level, Funktion und sogar spezifische Unternehmen lassen sich direkt ansprechen. Kein anderer Kanal ermöglicht es, so gezielt Entscheider in definierten Unternehmen und Branchen zu erreichen, zumindest mit Lead-Generation-Kampagnen.

Das macht LinkedIn zum bevorzugten Kanal für zwei Szenarien: Account-Based Marketing, bei dem gezielt bestimmte Unternehmen und Entscheider angesprochen werden sollen, und hochspezifische Zielgruppen, die sich über Messaging allein schwer erreichen lassen.

 

4. Warum der hohe CPL oft gerechtfertigt ist

Die Leadqualität auf LinkedIn ist in der Regel überdurchschnittlich hoch. In unseren Kampagnendaten sehen wir MQL-Raten von 70 % bis 95 %, in Einzelfällen bis zu 100 %, also deutlich über dem Durchschnitt anderer Kanäle. Das bedeutet: Ein deutlich größerer Anteil der generierten Leads entspricht dem Ideal Customer Profile und hat eine realistische Kaufwahrscheinlichkeit.

Wenn die MQL-Rate hoch genug ist, kann ein hoher CPL trotzdem zu einem wettbewerbsfähigen Cost per MQL führen. Das zeigt das Kampagnen-Beispiel oben.

 

5. Für wen LinkedIn besonders stark ist

LinkedIn ist besonders stark, wenn der Deal-Value hoch ist. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 50.000 € oder mehr rechtfertigt ein höherer CAC sich schnell, wenn die Conversion Rates stimmen. Je höher der Deal-Value, desto mehr lohnt sich die Investition in ein präzises Targeting.

LinkedIn ist außerdem stark bei langen Sales Cycles mit mehreren Entscheidern. Wenn sechs bis sieben Stakeholder an einer Kaufentscheidung beteiligt sind und der Prozess mehrere Monate dauert, ist es entscheidend, die richtigen Personen zur richtigen Zeit zu erreichen.

Und LinkedIn ist stark bei ABM-Kampagnen: Wer gezielt eine Liste von Zielunternehmen bearbeiten möchte, findet in LinkedIn das beste Werkzeug dafür. Company Targeting und Matched Audiences ermöglichen eine Präzision, die auf Meta, Google Display oder Google Search nicht erreichbar ist.

 

6. Wann Meta oder Google die bessere Wahl sind

LinkedIn ist weniger geeignet, wenn das Ziel hauptsächlich Leadvolumen zu günstigen Kosten ist. Wer viele Leads zu niedrigen CPL-Werten braucht und ein breiteres ICP hat, fährt mit Meta manchmal effizienter. Und wenn aktive Kaufabsicht über Suchbegriffe erfassbar ist, ist Google Search strukturell überlegen.

LinkedIn ist außerdem weniger geeignet, wenn kein klares ICP definiert ist. Ohne präzise Zielgruppendefinition verpufft der Targeting-Vorteil, und man zahlt hohe Preise für eine Audience, die man auch günstiger hätte erreichen können.

 

7. LinkedIn als Teil eines datengetriebenen Kanal-Mix

Die häufigste Schlussfolgerung in unserer Praxis lautet nicht LinkedIn oder ein anderer Kanal, sondern LinkedIn und ein anderer Kanal. LinkedIn für präzises Targeting und hochwertige Leads, Meta oder Google Search für günstige Reichweite und Leadvolumen. Welche Kombination und Gewichtung sinnvoll ist, zeigt sich im datengetriebenen Steuerungsansatz: Hypothesen formulieren, Kanäle mit identischen Budgets und Lead-Magneten testen, Ergebnisse konsequent bis zum Cost per MQL und darüber hinaus auswerten und Budgets auf Basis der Daten allokieren.

 

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Über den Autor

Moritz Spangenberg ist Geschäftsführer von Deep Blue Growth, dem Marketingpartner für wachstumsorientierte Mittelständler in Deutschland.
deepbluegrowth.com/de

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