1. Was ist ein Klick wert?
Im Paid Advertising wird viel über Klicks gesprochen. CPC-Benchmarks werden verglichen, Klickzahlen optimiert und Berichte nach Klickvolumen sortiert. Dabei wird eine entscheidende Frage oft übersehen: Was ist ein Klick tatsächlich wert?
Die Antwort hängt davon ab, wer geklickt hat, mit welcher Absicht und ob dieser Nutzer zum Ideal Customer Profile des Unternehmens gehört. Je nach Kanal unterscheiden sich diese Faktoren erheblich. Dieser Artikel zeigt, welcher Kanal für welche Klick- und Engagement-Ziele geeignet ist.
2. Warum ein Klick nicht gleich ein Klick ist
Ein Klick auf Google Search kommt häufig mit aktiver Kaufabsicht. Der Nutzer hat aktiv nach einer Lösung gesucht und klickt, weil das Suchergebnis relevant erscheint. Die Intention ist klar.
Ein Klick auf LinkedIn signalisiert potenziell hohen ICP-Match. Der Nutzer entspricht möglicherweise genau dem Jobtitel, der Branche und dem Seniority-Level, das angesprochen werden soll. Dafür ist der Klick teurer.
Ein Klick auf Meta ist oft explorativ. Der Nutzer scrollt, sieht eine Anzeige und klickt aus Neugier. Kaufabsicht ist seltener vorhanden, dafür ist der Klick deutlich günstiger.
Keiner dieser Klicks ist per se besser oder schlechter. Entscheidend ist, welches Ziel mit dem Traffic verfolgt wird.
3. Der Kanal-Kompass für Klicks und Engagement
Die folgende Übersicht zeigt, welcher Kanal für welche Klick- und Engagement-Ziele geeignet ist. Sie basiert auf den Kampagnendaten und Erfahrungswerten von Deep Blue Growth aus dem deutschen B2B-Mittelstand.
| Ich möchte… | Meta | Google Display | Google Search | |
|---|---|---|---|---|
| Klicks mit hoher Kaufabsicht | x | x | x | √ |
| Klicks mit Interesse oder Kaufabsicht | √ | √ | √ | √ |
| Sehr günstige Klicks (sehr niedriger CPC) | x | √ | √ | x |
| Günstige Klicks (niedriger CPC) | x/√ | √ | √ | x |
| Klicks mit hohem ICP-Match | √ | x | x | x |
| Klicks, die sich retargeten lassen | √ | √ | √ | √ |
| Soziale Interaktionen generieren | √ | √ | x | x |
| Viele soziale Interaktionen generieren | x | √ | x | x |
✓ = empfohlen, x = nicht empfohlen, x / ✓ = situationsabhängig. Quelle: Deep Blue Growth Whitepaper 2026.
4. Was die Übersicht zeigt
Google Search: Intent ist der entscheidende Vorteil
Google Search ist der einzige Kanal, der schnelle viele Klicks mit hoher Kaufabsicht liefert. Wer Nutzer erreichen möchte, die aktiv nach einer Lösung suchen, sollte untersuchen ob Google Search genügend Suchvolumen zeigt. Der CPC ist höher, dafür sind die Conversion Rates überdurchschnittlich.
LinkedIn: Qualität vor Volumen
LinkedIn ist der einzige Kanal, der Klicks mit gesichertem ICP-Match liefert. Jobtitel, Seniority-Level und Unternehmensgröße lassen sich direkt targetieren. Für Unternehmen, bei denen der Streuverlust teuer ist und der Deal-Value hoch, ist das ein struktureller Vorteil.
Meta und Google Display: Volumen zu niedrigen Kosten
Meta und Google Display liefern günstige Klicks in hohem Volumen. Die Klickqualität ist im Durchschnitt niedriger als auf LinkedIn oder Google Search, dafür ist der Traffic deutlich günstiger zu generieren. Für Awareness-Kampagnen, Retargeting und den Aufbau von Zielgruppen sind beide Kanäle gut geeignet.
Soziale Interaktionen: Meta führt deutlich
Wer viele soziale Interaktionen wie Likes, Kommentare und Shares generieren möchte, ist auf Meta deutlich besser aufgehoben als auf LinkedIn. Das hat strukturelle Gründe: Meta ist stärker auf soziale Interaktionen ausgerichtet, LinkedIn eher auf professionellen Konsum von Inhalten.
5. CPC-Benchmarks im Überblick
Zur Orientierung: Typische CPC-Ranges für B2B-Kampagnen in Deutschland laut Deep Blue Growth Benchmarks:
| Ich möchte… | Meta | Google Display | Google Search | |
|---|---|---|---|---|
| CPC-Range | 3 € bis 35 € | 0,01 € bis 2,45 € | 0,10 € bis 1,50 € | 1,50 € bis 20 € |
Hinweis: Die Ranges sind Orientierungswerte. Tatsächliche Werte variieren je nach Branche, Zielgruppe, Creative-Qualität und Kampagnenstrategie.
6. Die Handlungsempfehlung
Die Kanalwahl für Klick- und Engagement-Ziele sollte von der Frage geleitet werden: Was soll mit dem Traffic passieren? Wer Nutzer in den Funnel ziehen und zu Leads konvertieren möchte, braucht Klickqualität. Wer Reichweite und Retargeting-Audiences aufbauen möchte, kann günstiges Klickvolumen nutzen.
In den meisten B2B-Kampagnen ist eine Kombination sinnvoll: LinkedIn oder Google Search für qualitätsgetriebenen Traffic, Meta oder Google Display für günstiges Volumen und Retargeting. Welche Kombination für ein spezifisches Unternehmen funktioniert, zeigt sich im strukturierten Test mit klar definierten KPIs auf jeder Funnel-Ebene.
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Über den Autor
Moritz Spangenberg ist Geschäftsführer von Deep Blue Growth, dem Marketingpartner für wachstumsorientierte Mittelständler in Deutschland.
→ deepbluegrowth.com/de
