Auf LinkedIn lassen sich CPMs von 0,10 € erreichen, das entspricht rund einer Million Impressionen pro Monat für rund 100 €. Das Setup ist simpel, in der Praxis aber kaum eingesetzt.
LinkedIn gilt im B2B als teurer Kanal. CPMs zwischen 20 € und 35 € sind die Regel, höhere Werte je nach ICP keine Seltenheit. Genau diese Wahrnehmung führt dazu, dass die wirklich günstigen Formate der Plattform übersehen werden. Text Ads und Spotlight Ads erreichen in der richtigen Konfiguration CPMs, die etwa 1 % von Sponsored-Content-Anzeigen entsprechen.
Dieser Artikel zeigt, wie das Setup funktioniert, was es leistet und wo seine Grenzen liegen. Es ist kein Ersatz für klassische LinkedIn-Awareness, sondern ein ergänzender Layer mit eigener Logik.
1. Warum Text Ads und Spotlight Ads so günstig sind
Text Ads und Spotlight Ads sind LinkedIns Side-Bar-Formate. Sie erscheinen klein und in der Peripherie des Desktop-Interfaces, nicht im zentralen Feed. Entsprechend niedrig ist die Klickrate, entsprechend selten konkurriert man im Auktionsverfahren mit Sponsored Content um dieselben Placements.
Diese Tatsache lässt sich strategisch nutzen. Wer den Auktionsdruck umgeht, kauft Impressionen zu Konditionen ein, die im LinkedIn-Sponsored-Content-Bereich nicht erreichbar sind. Der Trick ist, das Kampagnen-Setup so zu wählen, dass die Plattform genau diese Sidebar-Placements ausspielt, nicht den Feed.
2. Das Setup im Detail
Die folgenden Einstellungen sind die Grundlage für ein Setup, das auf 0,10 € CPM hinauslaufen kann. Wichtig: Die Werte variieren mit ICP, Wettbewerb in der Auktion und Saisonalität.
| Setup-Element |
Einstellung |
|---|---|
| Format |
Text Ads und/oder Spotlight Ads |
|
Kampagnenziel |
Website Traffic (nicht Awareness) |
|
Gebotsstrategie |
Manuelles Gebot (Manual Bidding) |
| Gebotshöhe |
Sehr niedriger CPC-Wert |
| Effekt |
CPM von bis zu 0,10 €, also rund 1 Mio. Impressionen für ca. 100 € |
Tab. 1: Setup für niedrige CPMs auf LinkedIn mit Text und Spotlight Ads. Quelle: Deep Blue Growth Whitepaper 2026.
Zwei Punkte sind nicht offensichtlich, aber entscheidend für die Wirkung des Setups:
- Kampagnenziel ist bewusst auf Website Traffic gesetzt, nicht auf Awareness. Bei Awareness optimiert LinkedIn auf CPM und treibt die Kosten hoch. Bei Website Traffic optimiert die Plattform auf Klicks, und weil bei niedrigem manuellem CPC kaum Klicks zustande kommen, wird die Anzeige einer sehr großen Zahl Nutzer angezeigt, von denen wenige klicken. Das positive Missverhältnis zwischen Impressionen und Klicks ergibt den niedrigen CPM.
- Manuelles Gebot auf sehr niedrigem CPC-Niveau ist der Hebel, der dieses Missverhältnis erzeugt. Bei automatischer Gebotsstrategie wird LinkedIn aggressiv bieten, um Klicks zu generieren, und die Effekt-Logik bricht zusammen.
3. Was das Setup leistet und was nicht
Das Setup ist kein Ersatz für eine vollwertige Awareness-Kampagne mit Sponsored Content oder Thought Leader Ads. Text und Spotlight Ads erzeugen im engeren Sinn keine Aufmerksamkeit, dafür ist das Format zu klein und zu peripher. Was sie liefern, ist eine sehr günstige Wiederholungsfrequenz innerhalb der LinkedIn-Audience.
Damit ist die strategische Rolle klar: Das Setup eignet sich als ergänzender Awareness-Layer in Kombination mit klassischen Sponsored-Content-Kampagnen. Wer im Hauptbudget Sponsored Content schaltet, kann mit kleinem zusätzlichem Budget (rund 100 €) Text und Spotlight Ads dazulegen und so die Frequenz und Markenpräsenz in der Zielgruppe deutlich verstärken.
Was das Setup nicht leistet: Es ist kein Storytelling-Vehikel, kein Conversion-Format und keine Standalone-Kampagne. Wer nur Text und Spotlight Ads schaltet, baut keine echte Awareness auf, sondern produziert peripherale Sichtbarkeit ohne narrative Tiefe.
4. Wann sich das Setup besonders lohnt
Drei Szenarien sind in der Praxis besonders gut geeignet.
- Account-Based Marketing. Wenn eine konkrete Liste von Zielunternehmen oder Personen über LinkedIn Matched Audiences angesprochen wird, sorgt das Setup dafür, dass diese Accounts mit minimalem Budget eine sehr hohe Frequenz an Markenkontakten haben.
- Ergänzung zu Sponsored Content. Wer ohnehin LinkedIn-Hauptkampagnen schaltet, kann mit kleinem Zusatzbudget die Markenpräsenz in derselben Audience massiv ausweiten.
- Awareness mit kleinem Budget. Für Unternehmen mit sehr begrenztem Marketing-Budget bietet das Setup zumindest einen messbaren Frequency-Beitrag, ohne dass Sponsored-Content-Budgets nötig sind.
5. Was du dabei beachten solltest
Drei Punkte, die in der Praxis häufig zu Frustration führen, wenn sie nicht beachtet werden:
- Klein und peripher heißt klein und peripher. Erwartet nicht das gleiche Engagement wie bei Sponsored Content. Das Format ist auf Frequenz ausgelegt, nicht auf Interaktion.
- Nur Desktop-Ausspielung. Text und Spotlight Ads erscheinen ausschließlich in der Desktop-Ansicht von LinkedIn. Mobile-First-Audiences werden über dieses Setup nicht erreicht.
- Keine Garantie auf 0,10 € CPM. Der Wert ist eine Untergrenze, die in unseren Kampagnen erreicht wurde. Je nach Wettbewerb und ICP kann der CPM auch bei 0,30 € oder 0,80 € landen, was immer noch deutlich unter Sponsored Content liegt.
Insgesamt ist das Setup einer der ungenutzten Hebel im LinkedIn-Werbeökosystem, ein methodischer Move, der mit minimalem Aufwand spürbare Effekte auf die Markenpräsenz produziert. Für Marketing-Teams im deutschen B2B-Mittelstand mit begrenzten Budgets lohnt sich der Test in fast jedem Fall.
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Über den Autor
Moritz Spangenberg ist Geschäftsführer von Deep Blue Growth, dem Marketingpartner für wachstumsorientierte Mittelständler in Deutschland.
→ deepbluegrowth.com/de