Retargeting lässt sich auf unzählige Arten aufbauen. Die folgenden sieben Setups sind als Baukasten gedacht: als Orientierung, um die passende Kombination für deine Ausgangslage zu finden. Sie reichen vom einfachen Search-Display-Aufbau bis zum breiten Multi-Channel-Setup und lassen sich an Budget, Traffic und Zielgruppe anpassen.
1. Bevor du startest: die Mindestgrößen
Ein Thema zieht sich durch alle Setups: Ohne Mindestgröße lässt sich keine Audience bespielen. Als Richtwerte gelten:
- LinkedIn Matched Audiences: ab 300 Kontakten bespielbar.
- Website-Klicks: mindestens 5.000 als Richtwert, damit sich Retargeting über Google Display und LinkedIn lohnt.
- Meta: technisch ab 5.000, aufgrund der Algorithmus-Logik eher ab 10.000.
2. Die sieben Setups
Setup 1: Search und Display
Kanalkette: Google Search, Website, Google Display Retargeting. Sinnvoll bei viel Suchvolumen und knappem Budget abseits von Search. Die teuren Search-Klicks werden günstig über Display weiterverfolgt. Display ist dabei ein starker Frequenzverstärker, selten eine Lead-Maschine.
Setup 2: Search, Display, LinkedIn und E-Mail
Kanalkette: Google Search, Website, dann Google Display und LinkedIn Retargeting, anschließend E-Mail. Sinnvoll bei viel Suchvolumen und etwas mehr Budget, wenn LinkedIn präzise auf Kontakte mit mittlerer bis hoher Kaufabsicht ausgerichtet werden soll. Richtwert: ab 5.000 Website-Klicks.
Setup 3: Search, Display, LinkedIn und E-Mail mit Display als First-Click
Kanalkette: Google Search und gezielt gewhitelistetes Google Display auf die Website, dann LinkedIn Retargeting, anschließend E-Mail. Über gewhitelistete URL-Sets liefert Display günstige erste Klicks, die sich anschließend auf LinkedIn hochwertig weiterverarbeiten lassen.
Setup 4: LinkedIn und Meta
Kanalkette: LinkedIn Klick, Website, Meta Retargeting. Sinnvoll bei enger Zielgruppe, präzisem Targeting und knappem Budget, wenn zu wenig Suchvolumen für eine Google-Search-Kampagne vorhanden ist. Für Meta eher ab 10.000 Website-Klicks planen.
Setup 5: LinkedIn, Website, LinkedIn, Meta und E-Mail
Kanalkette: LinkedIn Klick, View oder Interaktion, Website oder Lead Gen auf der Plattform, dann LinkedIn und Meta Retargeting, anschließend E-Mail. Sinnvoll bei gutem Content in mehreren Formaten, verfügbaren Personal Brands für günstige LinkedIn Thought Leader Ads und hohem Budget.
Setup 6: LinkedIn mit gestapelten Quellen
Kanalkette: mehrere LinkedIn-Quellen stapeln, dann LinkedIn Retargeting. Sinnvoll bei wenig Traffic und kleinem Budget. Website-Besucher, Company-Page-Follower sowie Ad-Klicks und Views werden gestapelt, um die Mindestgröße von 300 zu erreichen.
Setup 7: LinkedIn, Website, LinkedIn, Meta, Google Display und E-Mail
Kanalkette: LinkedIn als Einstieg, Website, dann Meta, LinkedIn und Google Display Retargeting parallel, anschließend E-Mail. Das breiteste Setup, sinnvoll bei hohem Budget und der Pflicht, den Beitrag über Marketing-Lift oder Pipeline nachzuweisen.
3. Die sieben Setups im Überblick
| Setup | Kanalkette | Wann sinnvoll? | Budget, Traffic |
|---|---|---|---|
| 1 | Google Search, Website, Google Display | Viel Suchvolumen, Budget abseits von Search knapp | gering |
| 2 | Google Search, Website, Display, LinkedIn, E-Mail | Viel Suchvolumen, LinkedIn für präzise Lead Gen | mittel, ab 5.000 Klicks |
| 3 | Google Search, Display, Website, LinkedIn, E-Mail | Display als günstiger First-Click über URLs | mittel, ab 5.000 Klicks |
| 4 | LinkedIn, Website, Meta | Enge Zielgruppe, präzises Targeting, knappes Budget | Meta eher ab 10.000 |
| 5 | LinkedIn, Website, LinkedIn, Meta, E-Mail | Guter Content, Personal Brands für Thought Leader Ads | hoch |
| 4 | LinkedIn, Website, Meta | Enge Zielgruppe, präzises Targeting, knappes Budget | Meta eher ab 10.000 |
| 5 | LinkedIn, Website, LinkedIn, Meta, E-Mail | Guter Content, Personal Brands für Thought Leader Ads | hoch |
| 6 | LinkedIn, Quellen stapeln | Wenig Traffic und Budget, Mindestgröße durch Stapeln | gering |
| 7 | LinkedIn, Website, LinkedIn, Meta, Display, E-Mail | Viele Kanäle, breiter Nachweis Pflicht | sehr hoch |
Tab. 1: Erfahrungen aus Deep Blue Growth B2B-Kampagnen in Deutschland. Zur Orientierung, keine Garantien.
4. Wie du dein Setup auswählst
Geh von deiner Ausgangslage aus: Wie viel Suchvolumen hast du, wie viel Website-Traffic, wie eng ist die Zielgruppe und wie hoch ist das Budget? Starte mit dem einfachsten Setup, das zu diesen Rahmenbedingungen passt, und erweitere erst, wenn die Mindestgrößen und die Messbarkeit stehen. Perfekt muss es im ersten Schritt nicht sein, testen und verbessern schlägt Planen bis zur Perfektion.
5. Häufige Fragen
Welches Retargeting-Setup ist das beste?
Es gibt kein universell bestes Setup. Die Wahl hängt von Suchvolumen, Website-Traffic, Zielgruppengröße und Budget ab. Setup 1 passt bei knappem Budget und viel Suchvolumen, Setup 7 bei hohem Budget und breitem Nachweisbedarf.
Wie viel Website-Traffic brauche ich für Retargeting?
Als Richtwert gelten 5.000 Website-Klicks, damit sich Retargeting über Google Display und LinkedIn lohnt. Für Meta sind wegen der Algorithmus-Logik eher 10.000 sinnvoll. LinkedIn Matched Audiences starten schon ab 300 Kontakten.
Kann ich mit kleinem Budget starten?
Ja. Über Setup 6 stapelst du mehrere LinkedIn-Quellen wie Website-Besucher, Follower und Ad-Interaktionen, um die Mindestgröße zu erreichen und trotz kleinem Budget mit dem Retargeting zu beginnen.
Willst du dein Retargeting-Setup auf günstigere Leads und mehr Umsatz ausrichten? In einem kostenlosen Strategiecall schauen wir uns deine Kanäle, Zielgruppengrößen und Messpunkte gemeinsam an und leiten die nächsten Schritte ab. Termin anfragen unter deepbluegrowth.com.
Über den Autor. Moritz Spangenberg ist Geschäftsführer von Deep Blue Growth und betreut mit seinem Team Marketingkampagnen für den deutschen B2B-Mittelstand, mit Fokus auf datengetriebenem Paid Marketing. Executive MBA der ESMT Berlin, über 20 Jahre Erfahrung aus Managementberatung und B2B-Digitalmarketing. LinkedIn-Profil.
Whitepaper
kostenfrei herunterladen
→ Welcher Paid-Kanal liefert den besten ROI im B2B: Google, LinkedIn oder Meta?
